Im Rahmen der Freisprechungsfeier zeichnete Obermeister Sebastian Seynstahl (r.) zusammen mit der Bundestagsabgeordneten Dr. Hülya Düber und HWK-Hauptgeschäftsführer Ludwig Paul (l.) die Prüfungsbesten (v. l.) Aaron Plömpel, Oliver Kiesel und Dennis Feldbusch aus.
"Ihr seid nun ready, um in der Arbeitswelt durchzustarten!"
Zu den Klängen von Andreas Bouranis "Ein Hoch auf uns" zogen am vergangenen Samstag, 28. März 2026, 80 junge Männer und Frauen in den Panoramasaal des Würzburger Kongress Centrums (CCW) ein, um dort nach dreieinhalbjähriger Ausbildungszeit im Elektrohandwerk den ersehnten Gesellenbrief von Obermeister Sebastian Seynstahl zu erhalten.
Gesellenbrief als Grundlage
"Ihr seid die Stars und werdet heute gefeiert", begrüßte Sebastian Seynstahl, Obermeister der Innung für Elektro- und Informationstechnik Würzburg, die zahlreichen Junghandwerkerinnen und Junghandwerker bei der Feierstunde im CCW. "Nicht ein jeder wird gleich als Meister seines Fachs geboren! Von erfahrenen Meistern habt ihr wichtige Aspekte eures Berufs und den Umgang mit Kollegen gelernt", so Seynstahl, "und habt mit dem Gesellenbrief das Fundament geschaffen, um jetzt im Beruf richtig durchzustarten“. Während Digitalisierung und KI über vielen Berufssparten wie ein sichtbares Damoklesschwert schweben, gab Seynstahl für seine Branche Entwarnung: „KI ist für das Elektrohandwerk ein wichtiges Hilfsmittel, aber Kabel ziehen oder Steckdosen setzen kann sie nicht!" Dass die 73 jungen Männer und sieben Frauen mit ihrer Ausbildung im Handwerk also genau richtig liegen, unterstrich Seynstahl mit einer aktuellen Studie des Wirtschaftsmagazins Focus, in der zu lesen steht, "dass die Reichen der Zukunft Menschen seien, die mit den Händen arbeiten!"
Wertschätzung des Handwerks
Auch die von Johannes Keppner moderierte Talkrunde mit den geladenen Ehrengästen ergab, dass eine Ausbildung im Handwerk genau die richtige Entscheidung sei. So unterstrich Robert Finster, stellvertretender Landrat Kitzingen, in seinen Ausführungen, die Bedeutung des Handwerks für die Gesellschaft und die Region. Außerdem stehe das Handwerk für ihn als Synonym für Qualität. Hier mache nicht irgendwer irgendetwas! Die Menschen im Handwerk seien gut ausgebildet und wissen genau was sie tun! Dem stimmte auch Stefan Beil, Leiter der Arbeitsagentur Würzburg, zu und nannte duale Ausbildung und Studium als zwei gleichberechtigte Wege in die Arbeitswelt. "Wer gut ist, wird sich immer durchsetzen", so Beil.
Ebenso wie Beil betonte Ludwig Paul, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Unterfranken, dass eine handwerkliche Ausbildung ein wichtiges Fundament für die Berufswelt sei. Ferner informierte Paul, dass eine Ausbildung im Elektrohandwerk seit vielen Jahren auf Platz zwei in der Beliebtheitsskala der Ausbildungsberufe stehe - allerdings nur bei den männlichen Bewerbern! Bei den jungen Frauen schaffe man nicht einmal den Sprung unter die Top Ten, so der HWK-Hauptgeschäftsführer. In diesem Zusammenhang betonte die frühere Sozialreferentin der Stadt Würzburg und jetzige Bundestagsabgeordnete Dr. Hülya Düber, dass man die Berufsorientierung noch früher und besser hinbekommen müsse, um so mehr junge Menschen und ganz besonders junge Frauen für das Handwerk zu begeistern. Gerade um junge Frauen zu stärken und mehr Orientierung für das Handwerk zu geben, habe sie kürzlich mit einer Bundestagskollegin die Initiative "Parlamentskreis Handwerk" ins Leben gerufen!
Abschließend überreichte Obermeister Sebastian Seynstahl zusammen mit der Bundestagsabgeordneten Dr. Hülya Düber und HWK-Hauptgeschäftsführer Ludwig Paul die wohlverdienten Gesellenbriefe. Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde von der Würzburger Band Menzel.
Rudi Merkl