Rudi Merkl
42 Junghandwerkerinnen und Junghandwerker durften bei der Freisprechungsfeier in der Kitzinger Zweifachsporthalle am Mühlberg ihre Gesellenbriefe in Empfang nehmen.

Schreinerinnung Mainfranken spricht 42 Jungesellinnen und -gesellen frei

„Nicht auszubilden kostet uns unsere Zukunft!“

Kitzingen – Es ist ein besonderer Tag: Ein Tag des Feierns, des Stolzes und des Innehaltens. Nach einer intensiven und anspruchsvollen dreijährigen Ausbildung im Schreinerhandwerk war am vergangenen Sonntag (26.07.2026) für 42 junge Frauen und Männer Zahltag. Für ihre Ausdauer und Mühen erhielten sie in der Kitzinger Zweifachsporthalle am Mühlberg die Gesellenbriefe.

„Sie haben ein Handwerk gelernt, das wie kaum ein anderes Tradition, modernste Technik, Kreativität und echtes Können verbindet“, begrüßte Innungsobermeister Thomas Heusslein die Junghandwerker und Ehrengäste zur Freisprechungsfeier. Mit Blick auf die aktuellen Ausbildungszahlen betonte Heusslein, dass das Schreinerhandwerk in Mainfranken bei jungen Menschen nach wie vor beliebt sei. Einziger Wermutstropfen: „Uns gehen die Betriebe aus, die noch ausbilden wollen und können!“ Er ergänzte: „Sicherlich, Ausbilden kostet Zeit, Kraft und Geld. Aber nicht auszubilden kostet uns unsere Zukunft“. Damit appellierte er an die anwesenden Betriebsinhaber, „nicht nachzulassen und weiterhin auszubilden!“

Vor der Übergabe der Gesellenbriefe moderierte Johannes Keppner eine Diskussionsrunde mit Josef Hofmann, Vizepräsident der Handwerkskammer für Unterfranken (HWK), Kitzingens Oberbürgermeister Dr. Enis Tiz und Alexander Hoffmann (MdB), CSU-Landesgruppenchef im Bundestag. Dabei wollte Keppner wissen, was sich das Handwerk von der Politik wünsche, wie die Politik attraktive Rahmenbedingungen schaffe und was Kitzingen konkret unternimmt, um junge Fachkräfte und Familien für den Standort zu gewinnen. In diesem Zusammenhang sprach OB Tiz von Kitzingens bürokratiearmen „Wohlfühlpaket“ für Betriebe und Familien. HWK-Vizepräsident Hofmann forderte mehr Verlässlichkeit und Planungssicherheit, lobte aber zugleich den gut funktionierenden Austausch zwischen Handwerk und Politik. Bundestagsabgeordneter Hoffmann bezeichnete die aktuelle Rentenreform als Paradigmenwechsel und mahnte, man dürfe sich nicht in kleinteiligen Debatten verlieren, sondern müsse wieder gemeinsam große Themen anpacken. Außerdem gratulierte er den Junghandwerkern ganz besonders zu ihrer Berufswahl und verwies auf eine aktuelle Bertelsmann-Studie, wonach heute wieder mehr junge Erwachsene unter 20 Jahren eine Lehre dem Studium vorziehen würden.

Rudi Merkl
Innungsobermeister Thomas Heusslein (l.) und Prüfungsausschussvorsitzender Jürgen Krüm-pel (r.) zeichneten (v.l.n.r.) Jasper von Brachel, Hannah Schneider und Kilian Schmitt als Prüfungsbeste aus.

Bei der abschließenden Übergabe der Gesellenbriefe wurden Kilian Schmitt (Lkr. Main-Spessart), Jasper von Brachel (Lkr. Kitzingen) und Hannah Schneider (Lkr. Würzburg) als Prüfungsbeste geehrt. Zudem sicherte sich Schmitt auf Kammerebene den Sieg beim Innungswettbewerb „Die gute Form“ und wird das unterfränkische Schreinerhandwerk im Herbst beim Landeswettbewerb vertreten.

Musikalisch abgerundet wurde die Feierstunde von der Band Rising High aus Billingshausen.

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